Kryptowissen
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24.3.2022

Was ist eine Krypto Wallet? | Vergleich & Beispiele

Bitcoins und andere digitale Assets kannst du - wie häufig behauptet - nicht in deiner Geldbörse aufbewahren - weder physisch noch digital. Wenn von Krypto-Verwahrung gesprochen wird, bezieht man sich im Prinzip auf die privaten Schlüssel, die sich in deiner Wallet befinden. Mit diesen erhältst du nämlich Zugang zu deinen digitalen Assets und kannst diese verwalten. Im nachfolgenden Beitrag zeigen wir dir, wie eine Wallet funktioniert und welche unterschiedlichen Wallet-Typen dir zur Auswahl stehen. Bei den unten genannten Informationen handelt es sich um keine Kaufempfehlungen von uns.

Carlos Link-Arad

Was ist eine Krypto Wallet?

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich bei einer Wallet um eine Art digitale Geldbörse, in der deine privaten Schlüssel (Private Keys) sicher verwahrt werden. Diese Keys benötigst du, um z.B. Bitcoins zu versenden. Grundsätzlich reicht es, wenn du deine privaten Schlüssel auf ein Blatt Papier schreibst oder in einer Word-Datei auf deinem USB-Stick speicherst. Praktisch ist diese Vorgehensweise jedoch nicht - und zudem auch nicht wirklich sicher. Eine Wallet hingegen vereinfacht die Handhabung deiner Keys und sorgt - je nach Wallet-Typ - dafür, dass deine digitalen Assets vor externen Eingriffen (Hacker, Diebstahl etc.) geschützt bleiben.

So sieht ein privater Schlüssel aus:

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Über deine Wallet kannst du digitale Assets versenden und empfangen. Lass uns noch einmal kurz auf die Begriffe “Private Keys” und “Public Keys” (öffentliche Schlüssel) blicken. Deinen öffentlichen Schlüssel (Public Key) kannst du mit deiner IBAN vergleichen. Diese wird benötigt, damit jemand dir Geld überweisen kann. Ohne öffentlichem Schlüssel kannst du keine Bitcoin erhalten. Um Bitcoin an einen anderen öffentlichen Schlüssel (oder Empfangsadresse) zu schicken, benötigst du deinen Private Key. Stell ihn dir als PIN-Code vor, den du vor einer Transaktion in deiner Banking-App eintragen musst.

So sieht ein öffentlicher Schlüssel aus:

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Wichtiger Hinweis: Wer über den privaten Schlüssel verfügt, hat die gesamte Kontrolle über deine Krypto Assets. Versende deshalb niemals deinen Key. Online oder auf deinem Computer (mit Internetzugang) sind sie nicht vor Cyberangriffen- oder Betrug geschützt.

Not your keys, not your coins

Du kennst jetzt die Grundlagen von Krypto-Wallets. Sie enthalten diejenigen Keys, die du benötigst, um deine Bitcoin hin-und-her zu bewegen. Bevor wir uns mit den unterschiedlichen Wallet-Typen beschäftigen, haben wir noch einen wichtigen Hinweis für dich: Grundsätzlich solltest du dich nur für Wallets entscheiden, bei denen du die Keys besitzt. Gehören sie nicht dir, hast du keinen direkten Zugang zu deinen Kryptowährungen. Einige Anbieter überlassen die Schlüssel externen Drittparteien. Werden diese gehackt, riskierst du dein gesamtes Guthaben zu verlieren.

Wer die Schlüssel nicht besitzt, hat auch nicht die Kontrolle über die Assets. Aus diesem Grund ist es von höchster Wichtigkeit, dass du diesen Punkt bei der Anbieterauswahl deiner Krypto-Wallet berücksichtigst. Zusätzlich solltest du deine Daten mit einem Backup-Schlüssel für den worst-case absichern. Das ist dann vorteilhaft, wenn du dein Wallet-Passwort (bzw. deine Private Keys) verloren hast. Der Backup-Schlüssel wird auch als Seed-Phrase bezeichnet. Die Seed-Phrase besteht aus bis zu 24 Wörtern, die zufällig generiert werden. Bewahre sie in jedem Fall sicher auf.

Eine beispielhafte Seed-Phrase könnte folgendermaßen aussehen (die Reihenfolge der Wörter muss zwingend eingehalten werden):

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Verschiedene Krypto Wallets im Vergleich

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Wallet-Typen kurz und knapp vorgestellt. Aus unserer Sicht bieten Cold Wallets (oder Hardware-Wallets) den größten Schutz. Warum, erfährst du gleich.

Cold Wallets

Cold Wallets sind nicht mit dem Internet verbunden (sog. Cold Storage) und bieten von diesem Gesichtspunkt aus das größte Maß an Sicherheit. Deine privaten Schlüssel werden lokal auf einem Speichermedium (Papier, externe Festplatten oder Hardware-Wallet) gehalten und haben keine direkte Anbindung an das Internet.

Hardware-Wallets bieten von allen Cold Wallets den größten Komfort, da sie einfach zu bedienen sind.

Hot Wallets

Eine Hot Wallet ermöglicht das Versenden und Empfangen von Kryptowährungen mit einer Software. Eine Einbindung von Drittanbietern ist in diesem Fall nicht notwendig. Beispiele für Hot Wallets sind MetaMask, die Coinbase Wallet oder die Edge Wallet. Das Gerät, auf dem die Wallet-Software installiert ist, ist in diesem Fall meistens mit dem Internet verbunden. Aus dem Grund riskierst du, deinen Zugang zu deinen Kryptowährungen zu verlieren, sollte die Software gehackt werden.

Wichtiger Hinweis: Viele Anleger teilen ihre Investments so auf, dass ein kleiner Teil der Assets über eine Hot Wallet verwahrt wird, während der Rest über eine Cold Wallet gemanaged werden kann. Wie bei der Cold Wallet gehören auch bei der Hot Wallet die privaten Schlüssel dir.

Anders ist das bei einer Custodial Wallet.

Custodial Wallets

Bei einer Custodial Wallet übernimmt ein Drittanbieter (z.B. eine Handelsplattform wie Binance oder Kraken) die Verwahrung deiner privaten Schlüssel. Der Zugriff auf die Plattform erfolgt üblicherweise geräteunabhängig. Deine Wallet ist mit deinem Account verknüpft und wird vom Drittanbieter verwaltet. Gerade Einsteiger nutzen diesen Wallet-Typen aufgrund des vergleichsweise hohen Komforts. Die technischen Hürden sind quasi nicht existent. Auch wir setzen auf dieses Modell. Dafür arbeiten wir mit dem Kryptoverwahrer Tangany zusammen.

Das Risiko an diesem Wallet-Typ: Der Drittanbieter hat die volle Kontrolle über die Schlüssel seiner Kunden. Im Ernstfall kann der Zugang eingefroren worden. Als Nutzer hast du in solchen Fällen nur beschränkt Einfluss. Diese Abhängigkeit vom Drittanbieter stellt ein hohes Risiko dar. Gerade Anlegern mit hohen Anlagesummen wird deshalb häufig eine Verwahrung ihrer Schlüssel per Cold Wallet empfohlen.

Fazit

Welche Wallet zu dir passt, ist abhängig von deinen individuellen Ansprüchen an die Handhabung und Sicherheit des Wallet-Konzeptes. Wer über sein Smartphone auf Bitcoins zugreifen möchte, greift im Normalfall zu einer anderen Wallet als diejenigen, die ihre Kryptowährungen langfristig (und ohne täglichen Zugriff) halten möchte. 

Je aktiver Anleger sind, desto weniger Aufwand möchten diese haben. Das ist bei Hot- und Custodial Wallets der Fall. Wäge in jedem Fall die Risiken ab, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest.

Carlos Link-Arad
Carlos baut als SEO-Berater und Content Creator die Learning Lounge bei Tokenstreet mit auf. In der Fintech-Branche ist er seit Jahren mit den Schwerpunkten Personal Finance & Digitale Assets aktiv und hat als Autor bereits für führende deutsche Wirtschaftsmagazine wie Business Insider, extraETF und BTC-Echo geschrieben.
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FAQ

Bei den FAQs finden sie definitionen oder Erklärungen zu sehr spezifischen Begriffen in diesem Themen Bereich.
Was ist ein Private Key?

Mit dem Private Key verifizierst du eine Transaktion. Jeder, der über den Private Key einer Wallet verfügt, kann die damit verknüpften Kryptowährungen versenden.

Was ist ein Public Key?

Der Public Key ist die Adresse einer Wallet. Diesen benötigst du um Kryptowährungen zu erhalten und zu versenden. Vergleichen kannst du diesen mit deiner IBAN beim klassischen Bankkonto.

Sind Cold Wallets sicherer als Hot Wallets?

Prinzipiell schon. Cold Wallets sind nicht mit dem Internet verbunden. Dadurch ist das Risiko - deine Private Keys zu verlieren - nicht existent. Hot Wallets sind hingegen mit dem Internet verbunden. Über einen Hacking-Angriff könnten deine privaten Schlüssel kompromittiert werden.

Was ist eine Seed-Phrase?

Eine Seed-Phrase ist eine Kombination aus 12 bis 24 Wörtern. Sie dient als Backup, falls du dein Wallet-Passwort (deine Private Keys) verlierst.